Tesla Model 3: Autopilot, Enhanced Autopilot & FSD

„Autopilot“ ist der Sammelname für die Fahrerassistenzfunktionen des Tesla Model 3. Seit April 2019 gehört das Basispaket bei jedem neuen Tesla zur Serienausstattung; zusätzlich verkauft Tesla die Erweiterungen „Enhanced Autopilot“ und „Voll autonomes Fahren“ (FSD). Trotz des Namens gilt das System nach allgemeiner Einstufung als Assistenzsystem der SAE-Stufe 2: Der Fahrer muss es durchgehend überwachen und bleibt jederzeit verantwortlich – das stellt auch Tesla selbst klar.

Die folgende Übersicht zeigt den Funktionsumfang der drei Pakete nach Tesla-Angaben sowie Bedienung, den Stand in Europa und eine unabhängige Einordnung – mit Quellen.

Cockpit des Model 3 bei Nacht mit zentralem Touchscreen

Funktionsumfang der Pakete (laut Tesla)

Zuordnung nach der Tesla-Supportseite (Abruf Januar 2025). Paketzuschnitt und Verfügbarkeit können sich ändern; maßgeblich ist tesla.com.

Autopilot (Serie)Enhanced AutopilotVoll autonomes Fahren (FSD)
Abstandsgeschwindigkeitsregler
Lenkassistent (Autosteer)
Spurwechselassistent
Mit Autopilot navigieren (Beta)
Autoparken
Herbeirufen (schlicht & smart)
Ampel- und Stoppschildassistent (Beta)
City-Lenkassistent (Autosteer on City Streets)angekündigt*

* Tesla führt den City-Lenkassistenten für Europa als „zukünftig“. Seit Frühjahr 2026 ist „FSD (Supervised)“ in einzelnen europäischen Ländern freigegeben (u. a. Niederlande, Dänemark, Belgien), in Deutschland bisher nicht.

Quelle: tesla.com – Support „Autopilot-Funktionalität“ (Paketbeschreibung, Abruf 01/2025)

Assistenzsystem, kein autonomes Fahren

Tesla selbst beschreibt den Autopiloten als Fahrerassistenzsystem, das aktive Überwachung erfordert: Die derzeit aktivierten Funktionen „machen das Fahrzeug nicht autonom“, der Fahrer muss die Hände am Lenkrad behalten und jederzeit übernehmen können. Registriert das System zu wenig Gegenmoment am Lenkrad, folgt eine Reihe optischer und akustischer Warnungen; werden sie wiederholt ignoriert, sperrt sich der Autopilot für den Rest der Fahrt.

Unabhängig eingeordnet entspricht das System der SAE-Stufe 2 (teilautomatisiertes Fahren): Es unterstützt Längs- und Querführung, Verantwortung und Haftung bleiben beim Fahrer. Das gilt auch für das als „Voll autonomes Fahren“ verkaufte FSD-Paket in seiner heutigen Form.

Quelle: Tesla-Supportseite „Autopilot“

Aktivierung und Bedienung im Model 3

Nach Teslas Beschreibung wird der Abstandsgeschwindigkeitsregler im Model 3 aktiviert, indem der Hebel rechts an der Lenksäule einmal nach unten gedrückt wird; zweimaliges Drücken aktiviert den Lenkassistenten. Ein graues Lenkradsymbol im Display zeigt die Bereitschaft an, ein blaues den aktiven Lenkassistenten.

Mehrere Funktionen – etwa Lenkassistent, „Mit Autopilot navigieren“ und Herbeirufen – sind ab Werk deaktiviert und müssen einmalig im Autopilot-Menü unter „Einstellungen“ eingeschaltet werden. Vor der ersten Nutzung verlangt das Fahrzeug die Zustimmung, dass der Fahrer die Hände am Lenkrad behält und die Kontrolle und Verantwortung für das Fahrzeug trägt. Anweisungen und Sicherheitshinweise stehen im Benutzerhandbuch.

FSD in Europa: Stand Juni 2026

In Nordamerika und China ist „FSD (Supervised)“ – überwachtes assistiertes Fahren auch im Stadtverkehr – seit Längerem verfügbar. In Europa erteilte die niederländische Zulassungsbehörde RDW am 10. April 2026 die erste Freigabe; Litauen, Estland, Dänemark und Belgien folgten bis Juni 2026.

In Deutschland ist FSD Supervised bisher nicht freigegeben. Für ein Model 3 hierzulande umfasst das FSD-Paket damit im Alltag vor allem den Ampel- und Stoppschildassistenten (Beta) zusätzlich zu den Enhanced-Autopilot-Funktionen; den City-Lenkassistenten führt Tesla als „zukünftig“. Auch wo FSD Supervised freigegeben ist, bleibt es ein System der SAE-Stufe 2 mit durchgehender Überwachungspflicht.

Quelle: Wikipedia: Tesla Autopilot (englisch, mit Länder-Chronik)

Kritik, Urteile und Untersuchungen

Am Namen „Autopilot“ gibt es seit Jahren Kritik, weil er mehr verspricht, als ein Level-2-System leistet. Das Landgericht München I untersagte Tesla im Juli 2020 entsprechende Werbeaussagen als irreführend; das Urteil ist rechtskräftig.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersuchte bis April 2024 insgesamt 956 Unfälle mit mutmaßlich aktivem Autopilot und kam zu dem Ergebnis, dass das System zu mindestens 467 Unfällen beigetragen hat, davon 13 mit Todesfolge. 2025 eröffnete die Behörde eine weitere Untersuchung zu rund 2,9 Millionen Fahrzeugen wegen Verkehrsverstößen unter FSD. Teslas eigene Sicherheitsstatistiken, wonach mit Autopilot weniger Unfälle pro gefahrener Strecke passieren, werden von unabhängigen Forschern wegen fehlender Vergleichbarkeit der Datenbasis angezweifelt.

Quellen: Wikipedia: Tesla Autopilot (deutsch) · Wikipedia: Tesla Autopilot (englisch)

Hardware: Kameras statt Radar

Model 3 für die europäischen Märkte sind nach Tesla-Angaben seit April 2022 mit „Tesla Vision“ ausgestattet: einem rein kamerabasierten System mit neuronaler Bildverarbeitung, das ohne Radarsensoren auskommt. Je nach Baujahr rechnet darin der Autopilot-Computer der Generation HW3 oder HW4; neue Funktionen verteilt Tesla über Over-the-Air-Software-Updates.

Welcher Autopilot-Computer verbaut ist, lässt sich laut Tesla am Touchscreen unter „Fahrzeug → Software“ ablesen.

Autopilot-Chronik

Hardware-Generationen und Software-Schritte im Überblick – vom ersten Autopilot bis zur ersten Freigabe von FSD Supervised in Europa.

  1. 10/2015

    Erste Autopilot-Funktionen

    Tesla schaltet Lenk- und Spurhalteassistent per Software-Update frei – zunächst im Model S, auf Basis der ersten Hardware-Generation mit Mobileye-Chip.

  2. 10/2016

    Eigene Kamera-Hardware (HW2)

    Nach der Trennung von Mobileye stattet Tesla Neuwagen mit acht eigenen Kameras aus und entwickelt die Software selbst.

  3. 07/2017

    Marktstart des Model 3

    Die ersten Model 3 werden in den USA ausgeliefert – mit der Kamera-Hardware der zweiten Generation.

  4. 04/2019

    FSD-Computer (HW3); Basis-Autopilot wird Serie

    Ein selbst entwickelter Computer ersetzt die Nvidia-Hardware; seitdem gehört der Basis-Autopilot bei jedem Neuwagen zur Serienausstattung.

  5. 05/2021

    „Tesla Vision“: Radar entfällt

    Model 3 und Model Y werden in Nordamerika ohne Radar ausgeliefert; europäische Model 3 folgen laut Tesla ab April 2022, ab Ende 2022 entfallen auch die Ultraschallsensoren.

  6. 09/2023

    Facelift „Highland“ mit Hardware 4

    Das überarbeitete Model 3 kommt mit der vierten Hardware-Generation samt neuer Kameras.

  7. 2024

    FSD (Supervised) in Nordamerika

    Mit Version 12 stellt Tesla auf ein durchgehend per neuronalem Netz gesteuertes System um und benennt das Paket in „FSD (Supervised)“ um – verfügbar in den USA und Kanada.

  8. 02/2025

    Stadtverkehr-Funktionen in China

    Als erster Markt außerhalb Nordamerikas erhält China die Stadtverkehr-Funktionen – mit an lokale Regeln angepasstem Funktionsumfang.

  9. 04/2026

    Erste Freigabe in Europa

    Die niederländische Zulassungsbehörde RDW erteilt am 10. April 2026 die erste europäische Genehmigung für FSD Supervised; in Deutschland ist das System Stand Juni 2026 nicht freigegeben.

Quelle: Wikipedia: Tesla Autopilot

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